Wählen Sie hier direkt Ihr Anliegen.

Alles auf einen Blick

UFKB

Kontaktformular

E-Mail

Beratersuche


Die klassische Rentenversicherung - Ein beliebtes Produkt für die Altersvorsorge


In den Zeiten, in denen auf die gesetzliche Rente noch Verlass war, hing die private finanzielle Zukunft noch nicht von der Wahl des richtigen Vorsorgeproduktes ab.
Aufgrund kollabierender Sozialsysteme, entscheidet gerade diese Wahl heutzutage über soziale Armut oder Wohlstand im Alter.
Aber welches Produkt ist für wen, wann und warum das Richtige?


Jeder Anbieter, sprich Banken, Versicherungen etc., hat verschiedene Produkte auf dem Markt, die teilweise nicht unterschiedlicher sein können und komischerweise kann auch jedes Institut für die eigenen Produkte mit irgendeinem unabhängigen Test werben, der attestiert, dass genau dieses Produkt das Beste auf dem Markt ist.


Doch was sagt so ein Test eigentlich aus?


Normalerweise gar nichts. Es werden immer nur Produkte aus der gleichen Kategorie miteinander verglichen und wenn z.B. in der Kategorie "faule Eier" verglichen wird, schneidet manchmal das beste faule Ei sogar als Gewinner ab. Möchte ich jedoch zum Frühstück Eier essen, suche ich mir mein Frühstücksei nicht nach diesem Test aus, sondern will ein frisches haben. Also gehe ich in den Supermarkt, kaufe mir ein frisches Ei, das gar nicht in diesem Test vorkam, und bin dennoch deutlich besser bedient, da ich einfach das richtige Produkt für meine Bedürfnisse gefunden habe.


Wenn man allerdings den Vergleich zwischen einem faulen Ei und einer Kapitalbildenden Lebensversicherung bemüht, dann sollte man sich auch damit auseinandersetzen, ob hier tatsächlich ein faules Ei vorliegt.


Durchschnittlich besitzt jeder deutsche Bürger (vom Säugling bis zum Rentner) 1,2 Kapitalbildende Lebensversicherungen.
Also kann das Produkt ja gar nicht so schlecht sein, denn sonst hätten es nicht so viele!


Oder?


Dazu kann man nur sagen, dass fast niemand weiss, was er dort tatsächlich abgeschlossen hat. Wenn man die Besitzer eines solchen Produktes fragt, wie sie zu diesem gekommen sind und warum sie sich gerade für dieses Produkt entschieden haben, bekommt man sehr häufig folgende Antworten:

  • "Mein Vater, meine Mutter, mein Freund hat das auch."
  • "Der beste Freund der Familie (Banker, Versicherungsvertreter) hat mir das empfohlen und der muss es ja wissen."
  • "Irgend etwas muss man ja schließlich machen."
  • "Ich habe dabei eine bestimmte Ablaufsumme garantiert."
  • "Ist steuerfrei."


Wenn man dann näher nachfragt, wie das Produkt funktioniert, stellt man sehr schnell fest, dass hier von Beraterseite keine tatsächliche Aufklärung stattgefunden hat. Die Kunden wissen vom Berater normal nur, was sie einzahlen, welche Summe garantiert und welche Ablaufsumme vom Anbieter versprochen wird.


Und genau so verkauft sich das Produkt auch. Aber was steckt dahinter und wie sicher ist die versprochene Ablaufsumme eigentlich wirklich?


Hierfür ist es wichtig, das Produkt erst einmal aufzuteilen, denn wir haben hier eine Kombination von zwei Bausteinen vorliegen.


Der erste Teil ist eine Risikolebensversicherung, die vom ersten Tag an eine bestimmte Todesfallsumme beim Versterben der versicherten Person auszahlt.


Der zweite Teil ist der Kapitalbildende.


Bis dahin scheint das ganze recht einfach. Hier liegen zwei Töpfe vor, auf die sich die eingezahlten Beiträge aufteilen.
Doch leider sind dies nicht die einzigen Töpfe.
Der Topf der allgemeinen Kosten, wie z.B. Verwaltung und Abschlussprovision, liegt auch noch vor. Das muss er auch, denn die Gesellschaft und der Berater können nur leben, wenn sie auch Geld an diesem Produkt verdienen, genau wie das in anderen Branchen auch der Fall ist.


Bis dahin sieht alles noch ganz normal aus, wäre da nicht im Verborgenen ein kleines Problem. Keiner weiss, wie groß die einzelnen Töpfe sind und somit kann auch niemand sagen, wieviel tatsächlich in den Sparvorgang einfließt. Möchte man hierzu eine verbindliche Aussage von einer Gesellschaft bekommen, wird man rhetorisch abgespeist, bekommt allerdings nie schriftlich eine verbindliche Aussage.


Jetzt kann man sich natürlich fragen, wofür es so wichtig ist, in diesem Fall ein transparentes Produkt zu besitzen.


Die Antwort ist sehr einfach.


Es werden derzeit 3,25% Verzinsung bei einer Kapitalbildenden Lebensversicherung garantiert. Diese 3,25% sind jedoch nicht auf die Beiträge, sondern auf den Sparanteil garantiert.
Doch was hilft mir eine Garantie auf einen Sparanteil, den ich nicht kenne?


Tatsache jedoch ist, dass es einen Sparanteil gibt und dieser vom Verischerer irgendwie angelegt werden muss.
Doch wie geschieht das?


70% davon müssen in festverzinsliche Wertpapiere (Renten) angelegt werden. Der größte Herausgeber dieser Wertpapiere ist der Staat, der z.B. über Bundesschatzbriefe die Staatsverschuldung finanziert.


Beispielhafter Wertverlauf eines Rentenfonds der grundsätzlich ähnlich diesen 70% investiert:


Beispielhafter Wertverlauf eines Rentenfonds


Die Rendite auf diese Papiere ist jedoch in der Vergangenheit langfristig nicht konkurenzfähig zu anderen Wertpapieren gewesen. Aktien haben langfristig deutlich besser abgeschnitten.


Beispielhafter Wertverlauf eines internationalen Aktienfonds:


Beispielhafter Wertverlauf eines internationalen Aktienfonds


Es ist jedoch bei einer Kapitalbildenden Lebensversicherung so, dass sie bis zu 30% in andere Anlageformen investieren darf.
Diese Quote wird jedoch von keinem Anbieter wirklich ausgeschöpft. Im Normalfall liegt die Quote nur zwischen 4% und 15%.


Nichtsdestotrotz können Kapitalbildende Lebensversicherungen in Aktien und Immobilien investieren und tun das auch. Damit würde also grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, die schwache Rendite der festverzinslichen Wertpapiere etwas aufzupolieren.


Doch leider macht dem Kunden in diesem Bereich die deutsche Gesetzgebung einen Strich durch die Rechnung.


Kauft eine Versicherung mit dem Geld ihrer Kunden eine Aktie heute für 1000 Euro, dann steht sie auch genau mit diesem Wert in den Büchern. Sollte die Aktie bei einem Börsencrash dann unter den Einkaufspreis fallen, sagen wir in diesem Fall auf 750 Euro, muss der Wert der Aktie in den Büchern ebenfalls auf 750 Euro reduziert werden.
Nach einiger Zeit stabilisieren sich die Aktien wieder und die Aktie erreicht einen Kurs von 1600 Euro. Leider ist es dann jedoch nicht so, dass die Aktie auch mit 1600 Euro in die Bücher eingetragen wird, sondern sie muss mit dem niedrigsten jemals seit dem Kauf erreichten Kurs in den Büchern bleiben.
Das nennt sich "Niederstwertprinzip" und ist gesetzlich so vorgeschrieben.
Die Versicherung ist zwar verpflichtet, den Kunden am Gewinn von diesen Aktien zu beteiligen und tut dies auch teilweise mit bis zu 99%. Sie ist jedoch nicht verpflichtet, die Aktienpositionen am Ende der Laufzeit der Kapitalbildenden Lebensversicherung aufzulösen. Somit wird der Kunde dann an einem Gewinn in den Büchern von -250 Euro zu 99% beteiligt und die Versicherung freut sich über den versteckten Kursgewinn, der in den Büchern nicht auftaucht.


Ähnlich funktioniert das Prinzip bei Immobilien.
Diese werden jedes Jahr mit 2% abgeschrieben, was dazu führt, dass eine Immobilie nach 50 Jahren in den Büchern keinen Wert mehr besitzt. Es ist jedoch möglich, oder sogar wahrscheinlich, dass genau diese in den Büchern wertlose Immobilie noch einen ganz erheblichen Wert hat. Leider wird der Kunde an diesem Wert nur beteiligt, wenn die Immobilie verkauft wird und das ist sehr selten der Fall.


Aufgrund dieser Möglichkeiten ist es den Versicherern möglich, dem Kunden den ein oder anderen Euro vorzuenthalten. Man nennt die Differenz zwischen den Buchwerten und den tatsächlichen Werten "stille Reserve" und diese stillen Reserven der Versicherungswirtschaft werden auf Milliardenbeträge geschätzt.


Es bleibt am Ende nicht viel Positives über eine Kapitalbildende Lebensversicherung zu sagen, außer das sie steuerfrei ist.


Ansonsten bleibt zusammenfassend:

  • Die Verteilung zwischen Risiko-, Kosten- und Anlagetopf ist nicht transparent.
  • Aus diesem Grund hilft dem Versicherungsnehmer auch die Garantie von 3,25% nicht.
  • Wie das Geld speziell angelegt wird, ist nicht nachvollziehbar.
  • Das Gesetz schreibt vor, zu 70% in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren, die in der Vergangenheit langfristig eine schlechte Rendite erwirtschaftet haben.
  • Der 30%ige Anteil, der profitabel investiert werden darf, wird nicht ausgeschöpft.
  • Stille Reserven verhindern gute Renditen auf Aktien und Immobilien.


Die Kapitalbildende Lebensversicherung ist also für den Staat das perfekte Produkt, um Abnehmer für seine Schatzbriefe zu finden und für die Versicherungen, um stille Reserven zu bilden.


Beispielhafter Verlauf einer Kapitalbildenden Lebensversicherung in der Vergangenheit:


Beispielhafter Verlauf einer Kapitalbildenden Lebensversicherung in der Vergangenheit


Der Sparer könnte sein Geld jedoch besser investieren.


Beispielhafter Verlauf eines Aktienfonds in der Vergangenheit:


Beispielhafter Verlauf eines Akitenfonds in der Vergangenheit


Trotz des mittlerweile mehr als zwei Jahre andauernden schlechten Börsenumfeldes, hätte in diesem Fall eine Investition in den Aktienfonds eine 6 Mal höhere Ablaufleistung erwirtschaftet. Das ist bei obigem Beispiel bei einer Sparrate von 100 Euro pro Monat über die letzten 40 Jahre ein Ablaufunterschied von 1.000.000 Euro!
Dies ist der eingangs erwähnte Unterschied, der im Alter über Wohlstand oder Armut entscheidet.


Abschließend bleibt zu erwähnen, dass es auch bei Aktienfonds große Unterschiede gibt. Bei derzeit mehr als 6000 in Deutschland zugelassenen Investmentfonds, ist eine sorgfältige Auswahl entscheidend.
Desweiteren gibt es auch hier die Möglichkeit, die Rendite eines Aktienfonds steuerfrei zu erhalten.


Unsere Experten helfen Ihnen gerne bei der Auswahl des richtigen Produktes.



Letzte Aktualisierung: März 2003
Autor: Alexander Koch